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Zikaden als Überträger des Weizenverzwergungsvirus (WDV) – N.U. Argar GmbH
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Zikaden als Überträger des Weizenverzwergungsvirus (WDV)

Begünstigt durch die milde Oktoberwitterung ist das aufgelaufene Getreide voll mit Blattläusen, die als Vektoren für das Gersten-Verzwergungsvirus (BaYDV) in Betracht kommen. Zudem springen örtlich Tausende von Zwergzikaden vor den Schuhen davon. Über deren Beladung mit dem Weizenverzwergungsvirus gibt es keine Information. Aufgrund des geringen Aufwuchses an Virus belastetem Ausfallgetreide dürfte die Beladung der Zikaden in reinen Ackerbauregionen eher gering sein.

Anders sieht es in der Nachbarschaft von Wiesen, Weiden oder Grashängen bzw. auch von Gärten mit ungepflegtem Rasen aus, auf denen das Gras im Sommer nicht vertrocknet ist. In nächster Umgebung solcher Flächen waren 2003 mehr als die Hälfte der Zwergzikaden laut den Untersuchungen des Pflanzenschutzdienstes in Sachsen-Anhalt, die damals noch durchgeführt wurden, mit dem WDV belastet.

Die vor Winter durch Zikaden mit dem Weizenverzwergungsvirus infizierten Pflanzen (insbesondere Wintergerste und Weizenfrühsaaten) sind an der Vergilbung der älteren Blätter von Einzelpflanzen erkennen. Später bestocken die Pflanzen sehr stark und es kommt zu einem verlangsamten Längenwachstum (“Verzwergung“). In einem strengen Winter sterben diese Pflanzen ab.

Zikaden können das Virus maximal 80 Tage übertragen. Blattläuse sind dagegen mit den Viren ein Leben lang belastet. Als Vektoren kommen vor allem jüngere Zikaden (Nymphen) in Betracht, die in den letzten Tagen massenhaft auftreten. Ältere Tiere nehmen das Virus kaum noch auf. Die hohe Mobilität der Zikaden ermöglicht eine hohe Anzahl von Infektionen durch eine einzelne Zikade. Eine lange milde Herbstwitterung begünstigt die Ausbreitung.

Zur Bekämpfung von Blattläusen sind Insektizide zugelassen, abgesehen von den Pyrethroiden hat das Thiacloprid (Biscaya) eine Notfallzulassung im Herbst gegen Blattläuse. Das Thiacloprid hat aber keine sichere, letale Wirkung gegen Zikaden, die dafür zu wenig Wirkstoff im Verhältnis zur Körpergröße aufnehmen. Es hemmt aber die Beweglichkeit der Zikaden. Wenn gleichzeitig Blattläuse auftreten, ist bei starker Zuwanderung von Zikaden in den Befallslagen in EC 12/13 eine Randbehandlung (auf wenigstens 100 m Breite) angrenzend an Grünflächen mit Viruspflanzen angebracht, um deren Ausbreitung einzudämmen.

Pyrethroide sind gegen saugende Insekten zugelassen. Die Kombination von Pyrethroiden mit Thiacloprid ist in anderen EU-Ländern zugelassen. Die besten Effekte werden erzielt, wenn die Spritzung bei Sonnenschein, wenn die Zikaden aktiv sind und direkt getroffen werden, durchgeführt wird. Der Zusatz mit Haftmittel unterstützt die Wirkung.